8.2 Cinema

„Br√ľgge sehen… und sterben?“ von Martin McDonagh startet ab Mai 2008 in den deutschen Kinos als Krimi-K√∂modie. Nach seinem oscarpr√§miertem Kurzfilm „Six Shooter“ liefert er hiermit ein Spielfildeb√ľt, dass sich sehen lassen kann:Tr√ľbe und d√ľster geistert der Film durch die kleinen G√§sschen und entlang der k√ľhlen Grachten Br√ľgges.
Die „Perle Flanderns“ steht Belgien und der tiefsinnigen Handlung gut zu Gesicht und pr√§gt mit ihrer gotischen Kathedrale stimmnungsvoll den Gegenpol zu brutalen Action des Films. Denn trotz britischem Humor scheint die Ank√ľndigung f√ľr dieses Drama-Action-Movie als K√∂m√∂die wenig gut plaziert ‚Äď zu finster und zu moralisch kommt die Geschichte daher:
Zwei Londoner Profi-Killer werden nach einem verdorbenen Auftrag ins verregnete Br√ľgge geschickt und warten auf den n√§chsten Job ‚Äď oder dass
warten auf den n√§chsten Job ‚Äď oder dass sie sich ein neues Versteck k√∂nnen. Genau verr√§t Bandenboss Harry das nicht.W√§hrend der √§ltere, v√§terliche Ken (Brendan Gleeson) das Provinzst√§dtchen und seine mittel- alterliche Geschichte touristisch begeistert erf√§hrt, ist der j√ľngere Ray (Colin Farrell) von der Provinzialit√§t der Kleinstadt genervt, derbe Fl√ľche pr√§gen stets seine Worte. Zumindest so lange, bis er sich in die sch√∂ne Chloe (Cl√©mence Po√©sy) verguckt bzw. sein ruhiger Kumpan Ken den Auftrag erh√§lt Rays Versagen zu ahnen.
Denn Gangsterboss Harry (Ralph Fiennes) hat klare Prinzipien.
Statt eines komischen Br√ľllers ist eine melancholische wie groteske Ballade mit hochmoralischem Anspruch zu sehen ‚Äď eine rabenschwarze Geschichte hohen Verantwortungsbewu√ütseins (unter Killern!), absolut famos und doch abstrus. Die hervorragend schauspielerischen Leistungen geradezu aller Darsteller tragen den Film:
Die hervorragend schauspielerischen Leistungen geradezu aller Darsteller tragen den Film:Colin Farrell stellt den jungen, agressiven Killer als Kindskopf dar, Brendan Gleeson spielt den ruhigen, kulturinteressierten väterlichen Gegenpol und Ralph Fiennes mimt den eiskalten, knallharten Boss. Die dosierten humoristischen Gags stehen in wunderbarem Kontrast zu en tiefsinnigen Dialogen, die den Darstellern auf den Leib geschneidert scheinen.
Einer dieser Darsteller ist Br√ľgge selbst, ein verschlafenes St√§dtchen dessen Besuch sich nach dieser spannenden Kino-Erfahrung von alleine empfiehlt. James Greenberg schrieb f√ľr The Hollywood Reporter von der frechen Anmut der alten Welt und der modernen Gewalt. Letzterem wollen wir uns gern entziehen, das erste ist jederzeit zu besichtigen:
In Bruges. Aimo